Urig bis funky: Frühschoppen einmal anders

Mit viel Blech, bester Stimmung und so mancher Überraschung ging das „Krone“-Fest ins Finale. Es zeigte sich: Bewährtes ist immer für neue Töne gut.

Der letzte Festtag be­gann heuer mit einer Premiere – und mit reichlich Blech. Erstmals wurde der Sonntag mit einem „Blosmusi“-Früh­schoppen eingeläutet. Dafür rückte der Musikverein Tauf­kirchen an der Trattnach an und sorgte schon am Vor­mittag mit Märschen, Pol­kas und zünftigen Klängen dafür, dass auf dem Festge­lände langsam wieder Leben einkehrte.

Danach durfte es eine Spur wilder werden. Denn wenn Zwirn am Urfahraner Donauufer zum Frühschop­pen bitten, braucht es ohne­hin nicht lange, bis vor der Bühne beste Stimmung herrscht. Die Lokalmatado­re gehören mittlerweile fast schon zum sonntäglichen Inventar – wobei aus dem bekannten Trio in den ver­gangenen Jahren zumindest beim „Krone“-Fest längst ein Hit-Quartett geworden ist. Schuld daran ist Siegis Sohn Ben. Der „kleine Zwirn“ stahl den Großen auch heuer wieder ziemlich ungeniert die Show. Wie ein Profi marschierte er auf die Bühne, schnappte sich das Mikrofon und trällerte we­nig später beim Zwirn-Som­merhit „Bist du deppert“ lautstark mit. Lampenfie­ber? Offenbar Fehlanzeige.

Und auch abseits der Büh­ne scheint Ben längst zu wis­sen, wie das Geschäft läuft. Im Fanshop verkauft er mit sichtbarer Begeisterung die T-Shirts der Band und packt dort mit an, wo er gebraucht wird. Musikalisch kommt er ganz nach dem Papa, wie Mama Regina der „Krone“ verriet: ,,Ben übt schon flei­ßig auf der Steirischen.“

Dass Frühschoppen längst nicht nur Volksmusik, Tracht und urige Klänge bedeuten muss, bewiesen schließlich die Sound Gurus. Ihr Auftritt war eine Premie­re – und gleichzeitig der wohl ungewöhnlichste Früh­schoppen-Schlusspunkt der vergangenen Jahre. Fünf Blechbläser und ein Schlag­zeug lieferten dem Publikum jede Menge Energie: Die sechs Oberösterreicher ha­ben sich dem „Urban Brass“ verschrieben und mischen Funk, Pop, Disco und Worldmusic mit ordentlich Blech. Anfangs für Früh­schoppen-Besucher noch et­was ungewohnt, war auch die letzte Zurückhaltung da­hin, als die ersten bekannten Hits im neuen Blech-Ge­wand erklangen – und aus der ungewöhnlichen Pre­miere wurde ein stimmungs­voller Schlusspunkt.