Krautschädl ist beim Linzer „Krone“-Fest am 22. August zu sehen. Die Band über Justin Bieber und welches Lied immer auf der Setlist steht.
Ihr seid seit Jahren fixer Bestandteil der österreichischen Musikszene. Was hat sich für euch persönlich und musikalisch seit euren Anfängen verändert?
Mölgie: Die Bandzusammenstellung. Grundsätzlich machen wir Musik, die zwischen uns passiert – das war immer schon so. Jeder bringt seine eigene Energie und seinen Stil mit, und das beeinflusst den Sound. Was sich aber wirklich gravierend geändert hat, ist die Zeit. Früher hatten wir mehr davon. Heute haben wir Kinder, Jobs, Verpflichtungen – da wird Zeit zur kostbarsten Ressource.
Wie würdet ihr euren Sound heute beschreiben? Ist es immer noch „Goschenrock“?
Fizl: Der „Goschenrock“ entwickelt sich weiter, aber das, was ihn ausmacht, ist momentan öffentlich nicht so präsent. Es wird auf jeden Fall rockiger.
Was dürfen sich die Fans heuer von euch beim Linzer „Krone“-Fest erwarten? Gibt es Überraschungen oder neue Songs?
Mölgie: Ja, neue Songs sind geplant – wenn wir die Zeit dafür finden. Wir werden auf jeden Fall einen neuen Song spielen. Der ist ziemlich hart, laut und schnell. Man muss ihn nicht vorher gehört haben, um ihn live zu feiern. Aber klar, bei einem 40-Minuten- Set ist es schwierig, neue Sachen unterzubringen. Aber es wird auf jeden Fall ziemlich cool werden.
Wie entsteht ein typischer Krautschädl-Song?
Mölgie: Die Texte schreibe ich. Als Sänger entstehen oft aus drei Akkorden und einer Melodie schon Ideen für ein Lied. Aber ich denke dabei immer an die anderen – an den gemeinsamen Sound. Jeder bringt etwas zur Ästhetik ein. Ein Riff kann cool sein, aber passt es zu uns oder ist es eher was für mich allein? Das kann ich eigentlich oft nicht immer so genau sagen.
Gibt es einen Song, den ihr nie aus der Setlist streichen würdet?
Fizl: ,Da Wein’ – unser heimlicher Hit auf Spotify und mit fast zwei Millionen Klicks auch der erfolgreichste. Also wenn man nach den Zahlen geht. Und ,Sei amoi leiwand’ spiele ich persönlich auch extrem gern.
Wenn Krautschädl ein Gericht wäre – was wäre es und warum?
Mölgie: Vielleicht eine Bolognese. Es gibt ein Rezept, jeder weiß, was man kriegt, aber trotzdem gibt’s die beste Version davon. Und sie wird besser, je länger sie dauert – ganz krautschädlerisch eben.
Was war für euch euer kuriosestes Erlebnis auf Tour?
Mölgie: Ich bin mal nach einem Auftritt auf einem Festival im Burgenland geblieben. Es war ein Absacker und Urlaub zugleich. Dann bin ich ein Stück mit jemandem mitgefahren, und da standen zwei Mädels am Straßenrand mit Rucksäcken. Die haben wir dann auch mitgenommen. Sie waren auch auf dem Festival. Und dann waren sie auf ihrem Zeltplatz die einzigen zwei Mädels dort. Das war eine lustige Unterhaltung und ein netter Abend.
Wie bereitet ihr euch auf einen Auftritt vor? Gibt es Rituale oder irgendwelche Marotten vor eurem Live-Einstieg?
Fizl: Ja, wir haben ein fixes Ritual. Es muss immer eine Flasche Prosecco im Kühlschrank stehen. Die Crew stößt dann gemeinsam an, wir stehen zusammen, spüren die Energie – und dann geht’s los. Bier trinken wir vorher nicht viel. Das ist nicht ideal zum Singen. Bier macht uns zu müde. Das Flötchen ist unser Ding.
Was bedeutet es für euch, wieder beim Linzer „Krone“– Fest aufzutreten?
Holy: Ich darf endlich einmal am Urfahraner Marktgelände spielen. Und ich war schon als Teenager beim „Krone“-Fest als Zuschauer dabei. Das war damals mein erstes Gratisfestival. Mit dem Österreich-Ticket konnte man kostenlos durchs Land fahren. Das war schon irgendwie aufregend. Und die Stimmung bei den Konzerten war absolut der Hammer.
Was wäre euer Traum-Line-Up für ein Festival, bei dem ihr Headliner seid?
Mölgie: Da gibt es mehrere Kandidaten. Aber wenn ich mich auf einen beschränken müsste, wäre das Justin Bieber. Das wäre perfekt.
Schon 2011 stand die Band „Krautschädl“ zum ersten Mal beim Linzer „Krone“-Fest auf der Bühne. Mittlerweile hat sich die Zusammensetzung der Mitglieder verändert.
Interview: Vera Lischka
Weitere Infos zum Programm unter: www.kronefest.at/Line-Up
Foto: © Markus Wenzel | Bericht vom 20.Juli 2025


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