„Solche Bilder vergisst man natürlich nicht“

Zum Jubiläum erzählt „Krone“-Fest-Mastermind Dieter Recknagl von Ausflügen mit Stars durch Linz und seinen schönsten Momenten.

Er ist seit der Geburtsstunde dabei – Dieter Recknagl (KOOP Live Marketing) ist einer der Masterminds hinter dem Linzer „Krone“-Fest. Zum 25-Jahre-Jubiläum erinnert er sich an internationale Stars, kuriose Erlebnisse und daran, warum ein gelungenes Fest für ihn vor allem eines bedeutet: Dass am Ende alles gut gegangen ist.

Das „Krone“-Fest hat in den vergangenen 25 Jahren viele internationale Stars nach Linz gebracht. Welches Erlebnis ist dir in Erinnerung  geblieben?
Die Village People haben am Abend am Hauptplatz gespielt und sind am nächsten Tag noch in Linz geblieben. Irgendwann war klar: Die wollen etwas unternehmen, aber wir hatten eigentlich kein Programm. Also habe ich den damaligen Kulturstadtrat Erich Watzl angerufen und gesagt: ,Wir müssen da jetzt irgendetwas zusammenstellen.’ Und dann haben wir kurzerhand ein Programm organisiert.

Was macht man mit den Village People an einem freien Tag in Linz?
Wir sind mit ihnen mit dem gelben Bummelzug gefahren, waren mit der Bergbahn unterwegs, in der Grottenbahn und haben ihnen Linz gezeigt. Das war natürlich eine tolle Geschichte. Die Village People mitten in Linz unterwegs – damit hatte niemand gerechnet.

Gab es einen Star, der dich besonders überrascht hat?
Jeanette Biedermann war so ein Fall. Da haben wir erst zwei Tage vorher erfahren, dass die Sicherheitsanforderungen deutlich größer waren als ursprünglich gedacht. Plötzlich waren auch Cobrabeamte auf den Dächern. Wir mussten uns überlegen, wie wir sie nach dem Auftritt sicher vom Gelände bekommen.

Wie habt ihr das gemacht?
Am Ende wurde sie mit einem Rettungsfahrzeug vom Gelände gebracht. Es war einfach schwierig, einen sicheren Weg durch die Menschenmassen zu finden. Da merkst du dann, wie groß das Fest inzwischen geworden ist.

Erinnerst du dich noch an das erste „Krone“-Fest?
Eine der größten Sorgen war damals ganz einfach: Wie viele Menschen kommen überhaupt? Wenn man so etwas zum ersten Mal macht, weiß man nicht, ob es funktioniert. Und dann waren plötzlich Massen am Hauptplatz. Das war schon beeindruckend.

Hast du damals geglaubt, dass daraus 25 Jahre werden?
Nein. In den ersten Jahren hat sich aber sehr schnell gezeigt, dass das Konzept funktioniert und dass die Stadt Linz so ein Fest einfach braucht.

Gibt’s besondere Fest-Momente, die dir heute noch Gänsehaut bereiten?
Als Status Quo gespielt haben. Da standen die Leute bis weit über den Hauptplatz hinaus, teilweise bis zur Brücke. Solche Bilder vergisst man natürlich nicht. Es war auch ein besonderes Erlebnis, dass Anastacia in Linz gespielt hat. Oder Roger Hodgson, der Gründer und Songwriter von Supertramp.

Was war für dich persönlich über die vergangenen 25 Jahre der größte Erfolg?
Dass wir es jedes Jahr geschafft  haben, das Fest durchzuziehen und weiterzuentwickeln. Das funktioniert nur, wenn viele Partner dahinterstehen und über Jahre an das Konzept glauben. Und ich bin auch stolz drauf, dass bei uns alles aus Österreich kommt, die ganze
Wertschöpfung im Land bleibt.

Welche Rückmeldungen bekommst du von Besuchern?
Ein Punkt, der immer wieder angesprochen wird, ist der freie Eintritt. Das ist für uns ganz wichtig. Gerade in einer Zeit, in der Konzerttickets teilweise mehrere hundert Euro kosten, ist es etwas Besonderes, wenn Familien und Freunde gemeinsam zu einem großen Live-Event gehen können, ohne Eintritt zahlen zumüssen.

Worauf freust du dich beim heurigen Fest ammeisten?
Wenn alles vorbei ist und alles gut gelaufen ist. Wenn am Sonntag die letzten Besucher nach Hause gehen und alles funktioniert hat.
Dann weißt du: Es war wieder ein gutes ,Krone’-Fest.

Interview von: Lisa Stockhammer, erschienen am 14.8.2026