Vom Burnout zur preisgekrönten Songwriterin: Caro Fux spricht offen über Burnout, ihre Rettung und die Liebe.

Caro Fux im Interview: „Nach dem Burnout war die Musik mein Anker“

Sie will beim „Krone“-Fest am 21. August Gänsehautstimmung verbreiten und ihre Fans mitnehmen.

Viele Fans verbinden IhreGeschichte mit einem Burnout im Jahr 2020. Was ist passiert?
Ich habe schon lange gesungen, zum Beispiel auf Hochzeiten, aber nie eigene Songs geschrieben. Während meiner Reha nach dem Burnout hat mir eine Musiktherapeutin geraten, Tagebuch zu schreiben. Dabei entstand die Zeile „Du bist so wunderschön“ – und daraus wurde mein erster eigener Song. Rückblickend war dieses Musikprojekt tatsächlich meine Rettung.

Sie waren damals erst 27 Jahre alt. Haben Sie verstanden,warum es überhaupt zum Burnout gekommen ist?

Ehrlich gesagt nicht sofort.  Heute sehe ich vieles klarer. Der Lehrer-Beruf war einfach nicht der richtige für mich. Wenn man dauerhaft etwas macht, das nicht wirklich zu einem passt, dann holt einen das irgendwann ein.

Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann wieder als Lehrerin zu arbeiten?

Im Moment überhaupt nicht. Ich sage immer: Fünf Konzerte hintereinander sind für mich weniger anstrengend als ein Tag in der Schule. Ich bin einfach ein Freigeist. Dieses starre System war nie wirklich meins.

Wie wurde aus einer Tagebuchzeile schließlich ein richtiger Song?

Das war ein ganz natürlicher Prozess. Erst war da nur dieser eine Satz. Dann kamen über Wochen weitere Textzeilen dazu, später die Melodie. Irgendwann konnte ich den Song einfach von Anfang bis Ende singen. Dabei spiele ich nicht einmal besonders gut Gitarre. Das Lied ist komplett aus meinem Kopf entstanden.

Und dann haben Sie beschlossen, aus der Idee ein echtes Musikprojekt zu machen?

Genau. Ich habe mir damals die Frage gestellt: Wenn alles möglich wäre – was würdest du machen? Die Antwort war sofort klar: Ich will auf die Bühne. Also habe ich einfach angefangen. Ich habe einen Produzenten gesucht, Fotos gemacht, und eine Homepage aufgebaut.

So ein Karrierestart kostet aber auch Geld.

Natürlich. Aber ich habe damals als Lehrerin nicht schlecht verdient und praktisch alles, was ich gespart hatte, in die Musik investiert.

Sie wurden inzwischen sogar mit dem Amadeus Award als Songwriterin des Jahres ausgezeichnet. Haben Sie damit gerechnet?

Natürlich hofft man irgendwann auf so einen Moment, aber dass es so schnell passiert, hätte ich nie gedacht. Als mein Name dann tatsächlich aufgerufen wurde, war das trotzdem komplett surreal.

Werden Sie mittlerweile auf der Straße erkannt?

Ja, tatsächlich. Zumindest im Mürztal (lacht). Und ich habe sogar Autogrammkarten. Die habe ich mir selbst drucken lassen. Viele Fans wollen nach Konzerten Fotos  oder ein Autogramm von mir. Das ist schon verrückt, aber gleichzeitig auch ein richtig schönes Gefühl.

Sie kommen von einem Bauernhof. Helfen Sie heute noch mit?

Eher nicht. Mein Papa würde sich das wahrscheinlich wünschen. Früher hatten wir Kühe, inzwischen betreibt mein Bruder einen Pferdehof. Ich finde das alles wunderschön, aber ich habe weder die Zeit noch wirklich die Ambitionen dafür. Meist komme ich einfach auf einen Kaffee vorbei. Und das ist auch voll okay.

Was fasziniert Sie an Live-Auftritten am meisten?

Ganz klar die direkte Verbindung zu den Menschen. Bei Streamingzahlen siehst du nur Zahlen. Auf der Bühne siehst du Gesichter. Du merkst sofort, ob ein Song ankommt, ob die Leute mitsingen, lachen oder Gänsehaut haben. Diese Energie ist durch nichts zu ersetzen.

Sind Sie noch nervös vor Ihren Shows?
Ja, und das gehört auch dazu.

Wie sieht es privat aus? Die Liebe schon gefunden?

Momentan hat meine Musik Priorität. Ich genieße mein Leben so, wie es gerade ist. Sagen wir so: Die Musik ist derzeit mein Partner.

Interview von Vera Lischka, erschienen am 12. Juli 2026 / Foto: Nicole Seiser